Nach FLUTEN in 2025 (www.fluten-weimar.de) freut sich der Stockwerk e.V. im Jahr 2026 auf BRÄNDE, eine künstlerische Auseinandersetzung mit den Folgen politischer Brände auf die (Um-) Welt. Die Momentaufnahme unserer Welt ist ein Bildnis von Bränden: Demokratie, Menschenrechte, Kriegsgebiete, Künstliche Intelligenz und vertrocknete Wälder – alles brennt. Die Krise unserer Zeit ist geprägt von Zerstörung und Veränderung. Ein Brand hinterlässt fruchtbaren Nährboden für neue Systeme – welche wachsen werden, wollen wir nicht denen überlassen, die die Brände gelegt haben, sondern wir wollen mitentscheiden.
2026 jährt sich der erste reichsweite Parteitag der jungen NSDAP, der im Deutschen Nationaltheater abgehalten wurde. Rückblickend war dieser Parteitag einer der ersten sichtbaren Schritte zur Destabilisierung der Weimarer Republik. Der 1926er Parteitag war eine Blaupause für die Entwicklung der nationalsozialistischen Propaganda und die Wiedergeburt der Faschisten um Adolf Hitler, der Weimar ganz gezielt ausgewählt hatte, um die Axt an die Wurzel der Demokratie zu legen. Wir fragen uns: Wie stabil ist unsere Demokratie? Was geschah vor 100 Jahren in Thüringen, dass sich der Waldbrand der Faschisten so schnell verbreiten konnte? Welche Lehren müssen wir aus der Vergangenheit ziehen?
BRÄNDE beleuchtet das Thema in Form von Ausstellungen, Performances und Workshops. Es bildet ein Netzwerk aus vielen der wichtigsten freien Kulturorte der Stadt – vereint, um das Stadtbild Weimars unter dem Zeichen des politischen und ökologischen Brandes zu prägen.
Beginnen wollen wir mit einem temporären künstlerischen Archiv, basierend auf dem Material der Polizeiakte zum ersten reichsweiten Parteitag der NSDAP 1926, die wir im Stadtarchiv Weimar gefunden haben.
Am 4.7.2026 wollen wir einen Aktionstag auf dem Theaterplatz veranstalten, um daran zu erinnern, dass sich jener Parteitag zum 100. Mal jährt.
„Verbrannte Erde“ und „Die schwarze Flüssigkeit des Menschen“ sind Ausstellungen, die von Künstler*innen aus der Ukraine und der Türkei erarbeitet werden. Eine umfangreiche BRÄNDE Ausstellung wird über einen Open Call Künstler*innen einladen, um einen Zyklus aus VORAHNUNG, Begegnung mit dem Feuer, LEERE und NACHWACHSEN abzubilden.Ein Film- und Gesprächsabend, kuratiert von Thai Tai Pham, nimmt die Brandanschläge in Ostdeutschland nach der Wende ins Visier und ein Podcast untersucht Gesellschaftsbilder Ost-West.
Dazu soll es Aktionen im öffentlichen Raum und Workshops und Diskussionsrunden im kulturSCHAUFENSTER geben.
Das Gespenst des Populismus geht um in Europa, in der Welt und auch in Deutschland.
Es macht als AFD verkleidet am 4. Juli Halt in Erfurt.
Punktgenau hundert Jahre früher fand der 1. reichsweite Parteitag der NSDAP in Weimar statt. Bislang häufig als Randerscheinung betrachtet wollen wir mit einer partizipativen Intervention diesen fatalen Geschichtsunfall in den Fokus nehmen. Ziel ist nicht, die Nachstellung der historischen Veranstaltung, sondern die Untersuchung der Mechanismen politischer Inszenierung.
Geplant sind neben dem eigentlichen Happening am 4. 7. 2026 auf dem Theaterplatz verschiedene prozessorientierte Begleitveranstaltungen wie Workshops zu künstlerischer Archivierung des Rohmaterials aus dem Stadtarchiv, Maskenbau und Gesprächsformate zu Propaganda und Populismus.
Das Happening wird aus verschiedenen Teilen bestehen. Sprachperformance zu Originaltexten aus dem Archiv, eine speech/song- Hitlerparodie, eine Beuys-Adaption, eine situative Regie mit dem Publikum, welches die Rolle der Delegierten übernimmt, um Bilder und Formationen zu erzeugen, Wirkung zu erzielen, Macht zu demonstrieren.
Begleitet wird das Happening durch im Vorfeld aufgezeichnetes Videomaterial sowie einer Lifeschaltung nach Erfurt zu den Protesten gegen den Parteitag der AFD.
Für die erfolgreiche Umsetzung dieses Vorhabens suchen wir Komparsen, die als Fahnenträger*innen, „Ordonanzen“, Platzanweiser*innen oder als „bayrische Blaskapelle“ agieren. In Vorbereitung des Spektakels suchen wir Engagierte, die in Videoclips eine Rolle übernehmen oder selbst Videoclips vorproduzieren möchten. Gerade junge Menschen können hier eine wichtige Rolle spielen, als aktive Gestalter*innen einer demokratischen Erinnerungskultur.
Am 04.07.2026 wird ein Aktionstag auf dem Theaterplatz veranstaltet, um daran zu erinnern, dass sich der erste Reichweite Parteitag der NSDAP zum 100. Mal jährt.
Mehr Termine werden noch veröffentlicht.